Sonntag, 1. Juni 2014

Lost in Action ... und ein neues Monatsprojekt

© snowy-stock deviant art

Der letzte Eintrag datiert auf dem 01. April und das ist auch nahezu das letzte mal dass ich geschrieben habe. Lange her, wenig passiert könnte man sagen. Dem ist aber nicht ganz so. Die Uni und die Arbeit haben ihr Recht gefordert, der eine oder andere Kilometer wurde gelaufen und seit der Erweckung meines geliebten Drahtesels aus dem Winterschlaf auch gefahren. Stippvisite im Allgäu, Brunchen, Abendessen, Fußballgucken und Co mit Freunden, der übliche Autorenstammtisch, die alljährliche Vappu-Party, neue Aufgaben als Vorstandsmitglied in der Deutsch Finnischen Gesellschaft Nürnberg und einige Versuche, beruflich endlich vorwärts, seitwärts, querwärts - auf alle Fälle irgendwo anders hin - zu kommen, haben statt gefunden.

Mein Projekt habe ich dabei nie ganz aus den Augen verloren aber es ist auf der Prioritätenliste nach hinten gewandert. Nicht weil ich es nicht mehr durchziehen möchte. Aber das Camp Nano im April kam einfach zu einem irgendwie letztendlich doch denkbar ungünstigen Zeitpunkt, denn die Umstrukturierung was Job und Uni angeht, muss dringender passieren. Allein schon deshalb, weil sie helfen würde, die zum Schreiben nötige Zeit und Ruhe bereit zu stellen.

Heute stolperte ich dann auf einer meiner Lieblingsseiten, The Everygirl, über deren neue Monatschallenge für den Monat Juni: 30 days of motivated mornings. Klingt gut, dachte ich mir, und hatte gleich im Kopf wie ich jeden Morgen eine halbe Stunde früher aufstehe um noch ein bisschen mehr Sport im Alltag unter zu bringen. So richtig blieb die Idee aber nicht hängen, denn ich stehe ohnehin schon seit Wochen an mehren Tagen früher auf um die eine oder andere Trainingseinheit unterzubringen (wow, das klingt jetzt wesentlich sportlicher als ich bin. Keine Sorge. Hauptberuflich bin ich immer noch Schreibtischtäter und lebe in Sofahausen). Dementsprechend blieb der Gedanke auch nicht wirklich hängen und machte mich nicht glücklich.

Ich las mich weiter durch die Vorschlagsliste und blieb als nächstes an der Idee hängen, die dreißig Extra-Minuten der Lektüre von vernachlässigten Büchern zu widmen. Ich habe aktuell so gut wie nichts zu lesen im Haus, komme maximal im Zug zur Arbeit dazu, fünf sechs Seiten zu lesen. Auch das also prinzipiell eine sehr praktikable Idee als Inhalt der Challenge, aber auch hier hielt die Begeisterung sich in Grenzen. Ich lese rein nach dem Lustprinzip und im Moment drängt es mich nicht zum Konsum des geschriebenen Wortes.

Letztendlich kam ich zu der einzig nutzbringenden Schlussfolgerung und  landete bei meiner eigenen kreativen Entfaltung. Warum nicht den Morgen mit einer Tasse Tee und 30 Minuten schreiben beginnen? (Warum in aller Welt ich erst im dritten Anlauf darauf gekommen bin will sich mir noch nicht so ganz erschließen... ich schiebe hier mal Betriebsblindheit vor). Ich habe noch nahezu ein komplettes Buch vor mir, dass sich in diesem Jahr Fertigstellung erhofft und dessen Charaktere in meinem Schädel immer wieder an die Tür zum Musenzimmer klopfen. Kapitel eins ist nach wie vor in Rohform fertig, Kapitel zwei ist begonnen und wichtige Entscheidungen für die Perspektive habe ich auch endlich getroffen. Es kann und soll also weitergehen an der Vampirfront.

Weil das ganze so wunderbar in mein Monatsprojekt-Format passt, nehme ich die Challenge als Inspiration und mache mein eigenes Projekt draus - dreißig mal dreißig. Nachdem ich heute morgen noch nicht wusste dass ich jetzt eine Challenge habe, wird der letzte Tag einfach hinten angehängt.

Ich stelle jetzt meinen Wecker und freue mich auf ein Wiedersehen mit meinen Charakteren zum morgendlichen Tee.



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